Michael Wilmes: Friedensrede zum 1. September 2026

Das Knie

Ein Knie geht einsam durch die Welt.
Es ist ein Knie, weiter nichts!
Es ist kein Baum, es ist kein Zelt.
Es ist ein Knie, weiter nichts.
Im Kriege ward einmal ein Mann
erschossen um und um.
Das Knie allein blieb unverletzt –
als wär’s ein Heiligtum.
Seitdem geht’s einsam durch die Welt.
Es ist ein Knie, weiter nichts.
Es ist kein Baum, es ist kein Zelt.
Es ist ein Knie, weiter nichts.

(Christian Morgenstern, aus „Galgenlieder“, 1905)

Niemand kann eine solche Welt wollen, wie Christian Morgenstern sie eindrücklich in dies Bild vom Knie gebracht hat. Niemand! Wirklich niemand?

Daran sind mehr als Zweifel angebracht. Wie oft hören wir, dass Deutschland „kriegsbereit“ werden muss. Weil Putin uns angreifen will. Mit festgelegtem Datum im Jahr 2029 oder ‘30. Warum er damit noch 3 oder 4 Jahre warten will oder soll, bleibt dabei im Dunkel. Weiterlesen →

Hella Hesselmann: Friedensfähig statt kriegstüchtig! Gemeinsam für Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit und eine Welt ohne Krieg

Friedensfähig statt kriegstüchtig! Gemeinsam für Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit und eine Welt ohne Krieg

Die internationalen Entwicklungen erfüllen den DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften mit größter Sorge. Das Weltgeschehen wird zunehmend geprägt durch die Großmachtansprüche der USA, Chinas und Russlands. Für deren Durchsetzung schrecken sie auch vor der Anwendung und Androhung militärischer Gewalt nicht zurück. Wir erheben unsere gewerkschaftliche Stimme dagegen und halten unbeirrbar an unserem Grundsatz fest: „Nie wieder Krieg!“

Wir brauchen keine Politik, die dem Recht des Stärkeren und einer permanenten „Kriegstüchtigkeit“ das Wort redet, sondern eine Sicherheitspolitik, die die Freiheit schützt und sich zum Ziel setzt, die sozialen, ökonomischen und politischen Ursachen von Krieg und Gewalt zu beseitigen. Wir treten als Gewerkschaſten ein für eine Politik der Friedensfähigkeit, in deren Mittelpunkt die zivile Friedenssicherung durch Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und eine faire Handelspolitik steht. Weiterlesen →

Lucas Strübing: Rede zum Weltfriedenstag am 1. September 2026

„Die Jugend hat Angst“ – dieses Lied von der Band namens „JAS“ hat mich unter anderem ermutigt, vor euch ein paar Gedanken laut zu äußern.

Ich heiße Lucas Strübing, bin 14 Jahre alt und gehe aktuell in die 9. Klasse.

Ich schätze, viele Menschen verstehen unter dem Begriff „Unternehmen Barbarossa“ etwas anderes, als es ist. Hätte man mich vor ein bis zwei Wochen gefragt, hätte ich gefragt, was das Unternehmen produziert. Nun weiß ich, dass es etwas produziert hat, allerdings kein Shampoo oder Nudeln, sondern es hat Unentschuldbares produziert, nämlich einen Krieg, der wie andere Kriege abertausende bis Millionen Menschenleben gekostet hat. Weiterlesen →

Pressemitteilung zum Weltfriedenstag am 1. September 2026

Die Friedenskoordination Potsdam lädt am Dienstag, dem 1. September 2026 unter dem Motto „Nein zu Kriegstüchtigkeit – Ja zum Frieden!“ zu einer friedenspolitischen Kundgebung anlässlich des Weltfriedens-/Antikriegstags ein.

Beginn ist um 18:00 Uhr am Brandenburger Tor/Brandenburger Straße in Potsdam.

Redebeiträge werden unter anderem von Mitgliedern des BSW, der SDAJ und des Bündnisses Schulstreik gegen Wehrpflicht gehalten. Die musikalische und künstlerische Umrahmung gestalten die Liedermacherin Jane Zahn aus Rheinsberg sowie der Verein „Semljaki e. V.“

Vor 87 Jahren, am 1. September 1939, begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg mit etwa 70 Millionen Toten. Nach der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 war in der wenige Jahre später gegründeten DDR „Nie wieder Krieg! – Nie wieder Faschismus!“ der moralische Leitfaden. In der BRD wurde später die Maxime „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!“ geprägt. Wegweisend waren Politiker wie Willy Brandt und Richard von Weizsäcker. Mit der derzeitigen „Zeitenwende“-Politik der Bundesregierung scheinen diese Bekenntnisse zur Friedenspolitik keinerlei Bedeutung mehr zu haben.

Eine immer wieder herbeigeredete „Bedrohung“ durch Russland birgt die Gefahr eines neuen Krieges. Gleichzeitig wird die Gesellschaft immer weiter militarisiert, so durch die angestrebte Wiedereinführung von Wehrpflicht und Zivildienst, durch verstärkte Werbung der Bundeswehr an Schulen und durch eine umfassende Konversion ziviler Produktionsstätten in Rüstungsbetriebe. Am Bundewehrstandort in Holzdorf im Süden Brandenburgs sollen neue Waffensysteme, insbesondere Mittelstrecken-Raketen, stationiert werden. Mehr als 500 Milliarden Euro will die Bundesregierung in den nächsten Jahren für Rüstung ausgeben.

Wir verweigern uns diesem perfiden Aufrüstungswahn!

Die Zeche für die permanente Aufrüstung zahlen wir:

  • der Sozialstaat wird zerstört,
  • die Grundrechte werden eingeschränkt,
  • der Jugend wird durch Kriegsdienst die Zukunft geraubt.

Die Friedenskoordination Potsdam warnt eindringlich vor dieser Politik.
Notwendige Investitionen für Bildung, Gesundheit, Soziales und Umweltschutz bleiben aus.
Von Ärzten, Lehrern und Rentnern wird unbezahlte Mehrarbeit verlangt.
Der Wirtschaftsstandort Deutschland wird einem „Kriegsstandort Deutschland“ geopfert.
Wir sagen Nein zu Kriegstüchtigkeit und Ja zum Frieden!
Wir gedenken des Beginns des Zweiten Weltkrieges.
Lasst uns einen Dritten Weltkrieg verhindern!

Michael Meixner, Sprecher der Friedenskoordination Potsdam (V.i.S.d.P.)


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WELTFRIEDENSTAG / ANTIKRIEGSTAG 2026

Nein zur Kriegstüchtigkeit, Ja zum Frieden

Weltfriedenstag 2026 in Potsdam

Dienstag, 1. September 2026 | 18 Uhr ~ Brandenburger Tor | Potsdam

„Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“

Am 1. September ist Weltfriedenstag: Kommt zur Kundgebung am Brandenburger Tor, Potsdam. Die Zeitenwende-Politik der Bundesregierung erweist sich als „Segen” für die Rüstungsindustrie und das Finanzkapital. Wir sind diejenigen, die am Ende die Zeche zahlen: Wir erleben die Zerstörung des Sozialstaats, die Einschränkung von Grundrechten und eine Jugend, der durch den Kriegsdienst die Zukunft geraubt wird. Bringt bitte thematische Transparente und Plakate gegen Krieg, Aufrüstung und Demokratieabbau mit! Gemeinsam stehen wir für Frieden, den Erhalt des Sozialstaats, Meinungsfreiheit und Klimaschutz.

Reden

  • Michael Wilmes (BSW),
  • der SDAJ,
  • dem Bündnis „Schulstreik gegen Wehrpflicht“
  • und weitere Redebeiträge

Rahmenprogramm

  • Semljaki e.V.
  • Jane Zahn (Liedermacherin)

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