Lucas Strübing: Rede zum Weltfriedenstag am 1. September 2026

„Die Jugend hat Angst“ – dieses Lied von der Band namens „JAS“ hat mich unter anderem ermutigt, vor euch ein paar Gedanken laut zu äußern.

Ich heiße Lucas Strübing, bin 14 Jahre alt und gehe aktuell in die 9. Klasse.

Ich schätze, viele Menschen verstehen unter dem Begriff „Unternehmen Barbarossa“ etwas anderes, als es ist. Hätte man mich vor ein bis zwei Wochen gefragt, hätte ich gefragt, was das Unternehmen produziert. Nun weiß ich, dass es etwas produziert hat, allerdings kein Shampoo oder Nudeln, sondern es hat Unentschuldbares produziert, nämlich einen Krieg, der wie andere Kriege abertausende bis Millionen Menschenleben gekostet hat.

Aber Kriege beginnen nicht erst beim Angriff, sondern schon bei der Aufrüstung. Deswegen müssen wir heute die Erinnerung wachhalten, dass nie wieder Krieg sein sollte. Doch wir, die junge Generation, sollten schon wissen, was Merz, Pistorius und all die anderen Kriegstreiber mit unserer Generation überhaupt vorhaben, denn wir haben kein Interesse, für etwas Sinnloses wie Kriege missbraucht zu werden. Deshalb war ich auch als einziger in meiner Klasse bei den Schulstreiks gegen Wehrpflicht und habe dort für den Frieden demonstriert. Hindernisse oder Stolpersteine, die von der Schule kamen, in Form von unentschuldigten Fehlstunden, verkürzter Projektarbeit und schlechter Noten, kümmerten mich nicht.

Ich wünschte, mehr Jugendliche würden mal übers Handy hinausschauen und realisieren, dass ihre Zukunft hier und jetzt von der Regierung bestimmt wird.
Ich denke, dass unsere Freiheit nicht eingeschränkt werden sollte durch die Wehrpflicht, wo der Tod auf uns warten kann. Es gilt nämlich auch für uns als junge Menschen Paragraf 1 im Grundgesetz, welcher besagt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Deshalb hat kein Mensch das Recht, über andere und deren Lebenswege zu entscheiden.
Aus diesem Grunde möchte ich für die Jugend, für welche ich stellvertretend hier oben stehe, bekräftigen, wie Dr. Navid Kermani es sagte: „Wenn so offenkundige Verletzungen des Völkerrechts auftreten, dann wird es ihre Pflicht sein, den Befehl zu verweigern.“
Der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt sagte einst: „Frieden ist nicht alles, aber ohne den Frieden ist alles nichts!“
Das sollte für uns Ansporn und Herausforderung zugleich sein, nichts unversucht zu lassen, damit Frieden herrschen kann. Denn wir gehören nicht auf das Schlachtfeld eines Krieges, sondern in Schulen, Vereine, Universitäten, Arbeitsstätten und vor allem in unser Zuhause.

Erwähnen möchte ich noch, dass immer montags, jetzt schon etwa 600-mal, die Mahnwache für Frieden auf dem Steubenplatz (vor dem Landtag) ist.
Und ebenfalls erwähnen möchte ich eine Initiative aus der Familie, nämlich den „Lichterspaziergang für den Frieden“, der ebenfalls montags ist.
Von daher lautet mein Appell: „Keine Wehrpflicht! – Kein Krieg!“ und dass alles dafür getan wird, dass wir als Jugend keine Angst zu haben brauchen.

Vielen Dank fürs Zuhören.
Ich wünsche euch allen viel Spaß und Erfolg bei der restlichen Veranstaltung.

Lucas Strübing