Schluss mit Kriegen! – Für eine friedliche Welt!

Rede von Dittmar Zengerling auf der Gedenkveranstaltung zum Weltfriedenstag am 01.09.2024 in Potsdam

Liebe Friedensfreundinnen, liebe Friedensfreunde,

wir haben uns heute hier versammelt, weil wir den Frieden auf deutschem Boden bewahren und die derzeitigen Kriege, insbesondere in Europa und im Nahen Osten beenden wollen.

Vor nunmehr 85 Jahren begann mit dem Zweiten Weltkrieg die bisher abscheulichste „Zeitenwende“ des 20. Jahrhunderts. Kein Krieg bricht einfach aus. Der Zweite Weltkrieg wurde bereits seit 1923, also schon während Weimarer Republik, vorbereitet. Unter Federführung des Reichswehrministeriums wurden die Anforderungen an den künftigen Krieg herausgearbeitet, Pläne erstellt und begonnen, Deutschland ideologisch, wirtschaftlich und militärisch kriegstüchtig zu machen. Die Faschisten konnten daran anknüpfen und das weitere Vorgehen mit ihren kriegsverbrecherischen Vorstellungen demagogisch und brutal verschärfen. Erst bei erreichter Stärke wurde Ende August 1939 durch mehrere von der SS fingierte Aktionen der propagandistische Vorwand für den Überfall auf Polen geschaffen, insbesondere durch den inszenierten Angriff auf den Sender Gleiwitz. Am 1. September 1939 wurde wie Hitler vor dem Reichstag erklärte „zurückgeschossen“.

Zur mahnenden Erinnerung an den Weg in den Krieg und an die Opfer von Faschismus und Krieg begehen wir hier in Potsdam seit 1950 jährlich am 1. September den „Weltfriedenstag“. In den westlichen Bundesländern wird seit 1957 von Gewerkschaften und Friedensaktivisten ein „Antikriegstag“ durchgeführt.

Dringlicher Anlass für einen solchen Gedenk- und Protesttag war damals der bedrohliche Rüstungswettlauf im sogenannten „Kalten Krieg“ und insbesondere die Systemauseinandersetzung gemäß der „Truman-Doktrin“ auf deutschem Boden.

Stichworte:

  • die von den Westmächten initiierte Spaltung Deutschlands in zwei deutsche Staaten,
  • Wiederaufrüstung der Bundesrepublik, – Gründung der Bundeswehr und Debatte über die Einführung der Wehrpflicht,
  • Eintritt der Bundesrepublik in die NATO.

Als Reaktion darauf erfolgte in der DDR:

  • die Gründung der Nationalen Volksarmee und
  • die Eingliederung der NVA in den militärischen Teil des Bündnisses „Warschauer Vertrag“.

Anlässlich des heutigen Weltfriedenstages hat die Friedenskoordination Potsdam eine Positionierung zur aktuellen Lage und öffentlichen Debatte vorgenommen und wesentliche politische Forderungen benannt. Wir haben viel Inhalt komprimiert auf zwei DIN A4- Seiten dargelegt. Dieses Positionspapier liegt hier am Informationsstand zur Mitnahme bereit und ist auch auf unserer Webseite veröffentlicht. Ich möchte es hier nicht vorlesen, sondern kurz unsere grundsätzlichen friedenspolitischen Positionen benennen und auf die aktuelle Bedrohungslage für Deutschland und Europa eingehen. Weiterlesen

Kai Kleinwächter: Rede zum Weltfriedenstag 2024 in Potsdam

Liebe Freunde und Freundinnen des Friedens,

gemeinsam setzen wir ein Zeichen.

Ein Zeichen für Frieden, für Abrüstung, friedliche Koexistenz und Völkerverständigung.
Heute vor 85. Jahrestag versuchte Deutschland im Zweiten Weltkrieg ein europäisches Imperium zu erobern. Ein sinnloses Sterben mit über 60 Millionen Toten (The National WWII Museum). Der Krieg endete erst mit der Befreiung Deutschlands durch die Alliierten. Besonders die Völker der Sowjetunion brachten dabei unglaubliche Opfer – mindestens 24 Millionen (ebd.). Das sollten wir nie vergessen.

Die Alliierten befreiten uns vom Faschismus. Sie ermöglichten uns wieder Teil der Weltgemeinschaft zu werden sowie zu Wohlstand und Frieden zu kommen.

Nach dem Ende des Krieges fanden Leitideen und Losungen wie „Nie wieder Krieg! – Nie wieder Faschismus!“ breiten Anklang. Aber die damit verbundenen politischen Forderungen erfüllten sich nur in Teilen.

Das „gemeinsame Haus Europa“ wurde nur zur Hälfte errichtet. Entgegen der Vision, die Gorbatschow formulierte, bezog der Westen weder Russland noch die Ukraine oder Weißrussland in die Sicherheitsarchitektur mit ein (Gorbatschow 1988).
Im Gegenteil: Die alte Feindschaft gegen Russland wurde nie aufgegeben. Der alte Anspruch auf westliche Hegemonie lebt weiter.
Statt Frieden zu bringen, verschärfte die Europäische Union, verschärfte auch Deutschland, die Widersprüche zwischen der Ukraine und Russland. Der Konflikt wurde geschürt, bis es zum völkerrechtswidrigen Einmarsch Russlands kam.

Die deutsche Regierung hat diesen Krieg nicht verhindert, sondern befördert. Sie stellte die Ukraine vor die Wahl: EU/NATO-Mitgliedschaft oder Integration in die GUS, sprich: Verbleib unter russischen Einfluss. Die Frage zerriss die Ukraine in einen pro-russischen und einen pro-westlichen Teil. Es begann ein Bürgerkrieg, der sich internationalisierte.

Die Idee der „Friedlichen Koexistenz“ – gemeinsam am Frieden und der Weiterentwicklung der Menschheit zu arbeiten, bei Akzeptanz des anderen Systems, hat derzeit einen schweren Stand. Leider haben sich die militaristischen Kräfte durchgesetzt.

„In seiner einfachsten Ausprägung bedeutet [Friedliche Koexistenz] die Ablehnung des Krieges als Mittel zur Lösung strittiger Fragen. […] Neben der Verpflichtung zum Nichtangriff, bedeutet es die Verpflichtung aller Staaten, die territoriale Integrität und Souveränität der anderen in keiner Weise zu verletzen. […] Der Grundsatz der friedlichen Koexistenz bedeutet den Verzicht auf die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder, insbesondere mit dem Ziel ihr Regierungssystem oder ihre Lebensweise zu ändern. Die Doktrin der friedlichen Koexistenz setzt auch voraus, dass die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ländern auf der völligen Gleichheit der Beteiligten und auf gegenseitigem Nutzen beruhen.(Chruschtschow 1959, übersetzt mit DeepL.com)

Die Politik, Deutschland wieder kriegstüchtig zu machen, begann bereits Anfang der 1990er Jahre. Sie wurde seitdem immer mehr ausgeweitet. Die Bundesrepublik führte seit 1990 zahlreiche und langwierige Kriege: u. a. im Kosovo, Afghanistan, Irak, Libanon, Mali, Somalia. Diese Linie wird durch den Ukraine-Krieg deutlich intensiviert (Kleinwächter 2017).

Im Ukraine-Krieg ist Deutschland Kriegskombattant auf vier Ebenen. Weiterlesen

Pressemitteilung zum Gedenken am Weltfriedenstag am 01.09.2024

Anlässlich des Weltfriedenstages laden das Interreligiöse Forum Potsdam und die Friedenskoordination Potsdam zum Gedenken am Sonntag, dem 1. September 2024 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr unter dem Motto „Schluss mit Kriegen! – Für eine friedliche Welt!“ am Brandenburger Tor am Ende der Brandenburger Straße in Potsdam ein. Von 14:00 Uhr bis zirka 14:45 Uhr findet, verantwortet vom Interreligiösen Forum Potsdam, ein Interreligiöses Friedensgebet mit Texten von in Potsdam vertretenen Religionsgemeinschaften statt. Daran schließt sich die von der Friedenskoordination Potsdam gestaltete Gedenkveranstaltung an. Die Hauptrede hält der Journalist Kai Kleinwächter (WeltTrends e. V., Potsdam). Die Abschlussaktion ist gegen 16:00 Uhr.

Der Weltfriedenstag erinnert an den 1. September 1939 als vor 85 Jahren die deutschen Faschisten Polen überfielen. Damit begann der Zweite Weltkrieg mit über 70 Millionen Toten. Nach dem Ende des Krieges fanden die Leitideen und Losungen „Nie wieder Krieg! – Nie wieder Faschismus!“ und „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!“ bereits im Jahre 1945 ihren Niederschlag im „Potsdamer Abkommen“ und in der „UN-Charta“. Doch bereits 1947 führten die USA die Welt in den „Kalten Krieg“. Das Bestreben der Völker, die drohende Gefahr eines Atomkrieges abzuwenden, führte ab den 1970er Jahren zur Entspannungspolitik sowie zur Beendigung des „Kalten Krieges“ und zeigte, dass ein friedliches Zusammenleben bei Abrüstung und eine Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil machbar sind. Weiterlesen

Schluss mit Kriegen! – Für eine friedliche Welt!

Unsere Positionen zum Weltfriedenstag am 01.09.2024

Vor 85 Jahren, am 1. September 1939, überfielen die deutschen Faschisten Polen. Damit begann der Zweite Weltkrieg mit über 70 Millionen Toten. Nach dem Ende des Krieges fanden die Leitideen und Losungen „Nie wieder Krieg! – Nie wieder Faschismus!“ und „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!“ bereits im Jahre 1945 ihren Niederschlag im „Potsdamer Abkommen“ und in der „UN-Charta“.

Die US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 blieben bislang die einzigen Einsätze von Atomwaffen in einem Krieg. Das Bestreben, die drohende Gefahr eines Atomkrieges abzuwenden, führte zur Entspannungspolitik und zur Beendigung des „Kalten Krieges“.

Anfang der 1990er Jahre schien die Gefahr eines Atomkrieges gebannt und die Idee von einem gemeinsamen Haus Europa hatte nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland, sondern weltweit freudige Erwartungen geweckt. Jedoch nicht bei den Eliten der USA, da eine enge wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit der Völker – insbesondere von Russland und Deutschland – dem Hegemonialanspruch der USA zuwiderläuft. Aus dem Anspruch, einzige Weltmacht zu sein und zu bleiben, machen die USA auch heutzutage keinen Hehl. So waren die USA – direkt oder indirekt – bei den meisten Kriegen und Krisen der letzten Jahrzehnte beteiligt, so in Korea, Kuba, Vietnam, Jugoslawien, Afghanistan, Irak, Syrien, der Ukraine und in Gaza. Die Sprengung der Nord-Stream-Gasleitungen am 26. September 2022 war ein deutliches geopolitisches Signal, insbesondere an Russland und Deutschland. An der Aufklärung dieses terroristischen Aktes hat in der westlichen Welt kaum jemand Interesse und man ist eher um Verschleierung bemüht. Weiterlesen

15.08.2024 – Einladung zu Vortrag und Diskussion

Auf der Suche nach einer friedlichen Welt!

Einladung zu Vortrag und Diskussion mit Major a. D. Florian D. Pfaff, Darmstädter Signal

„Frieden und Sicherheit gehen nur ohne Aufrüstung und Wehrpflicht, damit es nicht zu einem Atomkrieg kommt!!!“

Wann: 15.08.2024, 19:00 Uhr

Ort: Bürgertreff Waldstadt, Saarmunder Str. 44, 14478 Potsdam

Eintritt: Es wird um eine Spende gebeten.

Durch die Stationierung von US-Mittelstreckenwaffen in Deutschland bis 2026 eskaliert das Wettrüsten weiter. Experten warnen, die Stationierung könne die atomare Aufrüstung anheizen und verstärke die Gefahr eines Atomkriegs.

Die Bundesregierung will die Bundeswehr und die Bevölkerung „kriegstüchtig“ machen, insbesondere durch Hochrüstung, Umstrukturierung der Bundeswehr, Wiedereinführung der Wehrpflicht und Kriegspropaganda. Die Militarisierung unserer Gesellschaft wird vorangetrieben zulasten von Wohnen, Gesundheit, Bildung, Sport, Kultur, Wirtschaft, Umwelt und Demokratie.

Was können wir dagegen tun?
Diskutieren Sie mit, bringen Sie sich in die Friedensarbeit mit ein!

Über den Referenten:
Florian D. Pfaff diente von 1976 bis 2013 in der Bundeswehr, zuletzt im Rang eines Majors. Öffentlich bekannt wurde er im Jahr 2003 durch seine Weigerung, den rechtswidrigen Befehlen seiner Vorgesetzten zu gehorchen, die ihn aufforderten, die Gesetzeslage und sein Gewissen zu ignorieren und indirekt am Irakkrieg mitzuwirken. Von der Bundeswehr wurde er für seine Weigerung, die Gesetze zu brechen und an dem Angriffskrieg mitzuwirken, in die Psychiatrie überwiesen, mit Gefängnis bedroht und vom Truppendienstgericht degradiert. Letztinstanzlich wurde er aber (vom Bundesverwaltungsgericht) freigesprochen und erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter die Carl-von Ossietzky-Medaille der Internationalen Liga für Menschenrechte (Berlin) sowie den World Citizen Award (USA). Er ist seither aktiv in der Friedensbewegung tätig. Er ist Sprecher des Arbeitskreises „Darmstädter Signal“, einem Zusammenschluss kritischer aktiver und ehemaliger Angehöriger der Bundeswehr.

Veranstalter: NachDenkSeiten-Gesprächskreis Potsdam und Friedenskoordination Potsdam
Anmeldung und Reservierung: V.i.S.d.P. Norbert Schneider,norbertschneider2@posteo.de oder info@friedenskoordination-potsdam.de


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Der Tod über den Wolken

Statement der Friedenskoordination Potsdam zur Militarisierung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA)

Am 5. Juni 2024 wurde die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) durch Bundeskanzler Olaf Scholz am Standort des BER in Schönefeld eröffnet. Laut lokalen Medien haben etwa 100.000 Menschen die ILA an den fünf Tagen bis Sonntag besucht.
Zwar konnten einige zivile Passagier- und Frachtflugzeuge sowie Neuerungen in der Antriebstechnik und der zivilen Raumfahrt besichtigt werden, größter Einzelaussteller war jedoch die Bundeswehr. Des Weiteren lag das Augenmerk, weitaus mehr als in den Jahren zuvor, deutlich beim militärischen Teil. Begründet wird das alles seitens der Verantwortlichen durch ein gestiegenes sogenanntes „Sicherheitsinteresse“ und die viel zitierte „Zeitenwende“. Zeitgleich fand auf dem Fliegerhorst Holzdorf, etwa 100 km südwestlich, der „Tag der Bundeswehr“ statt, bei dem weitere 40.000 Personen militärisches Gerät in Augenschein nehmen konnten.

Die Friedenskoordination Potsdam sieht diese zunehmende Militarisierung nicht nur sehr kritisch, sondern ist vielmehr entsetzt darüber, mit welcher Selbstverständlichkeit Kriegsgerät und Tötungswerkzeuge der Zivilbevölkerung, darunter auch vielen Familien mit Kindern, präsentiert werden. Neben dem Tarnkappen-Kampfflugzeug F-35 des US-amerikanischen Rüstungskonzerns Lockheed Martin wurden auf der ILA auch der Militärtransporter A400M von Airbus, das MIM-104 Patriot Abwehr-System, der Taurus-Marschflugkörper und mehrere Kampfdrohnen gezeigt. Beim „Tag der Bundeswehr“ in Holzdorf waren zudem zahlreiche Panzer und militärische Einsatzfahrzeige zu sehen.

Vor einigen Jahren hat die damalige Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) davon gesprochen, die Bundeswehr „familientauglich“ zu machen. Der jetzige Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will Deutschland „kriegstauglich“ machen. Beides gelingt demnach auf der ILA – nur mit dem Unterschied, dass unsereins sich nicht daran gewöhnen will. So gibt es auch seitens der Presse kritische Stimmen. Davon zeugen Artikel in der Berliner Zeitung („Der tödlichste Kampfjet der Welt“, 07.06.2024) und in der Märkischen Allgemeinen Zeitung („Ausstellung zur „Zeitenwende“ – ein Video-Besuch auf der Kriegs-Messe ILA“, 08.06.2024). Der RBB spricht gar von „erschreckenden“ Bildern bei der Berichterstattung aus Holzdorf („RBB 24 – Brandenburg Aktuell“, 08.06.2024).

Seit mehreren Jahren hat die Friedenskoordination Potsdam, bisher leider erfolglos, versucht, die Landesregierungen von Brandenburg und Berlin davon zu überzeugen, dass der Kerngedanke der ILA ein friedlicher sein muss.
Als Reinhard Mey vor 50 Jahren sein wohl berühmtestes Lied „Über den Wolken“ schrieb, huldigte der Hobby-Pilot damit dem friedlichen Traum vom Fliegen, nicht dem Tod, der heutzutage mit Kampfdrohnen und Tarnkappenbombern aus den Wolken kommt.
So sollten die 100 Milliarden Euro, die die Bundeswehr als „Sondervermögen“ erhalten hat, besser in Bildung, Soziales, Gesundheit, Ausbau der Infrastruktur, faire Löhne und Renten, eine nachhaltige Umweltpolitik und vor allem in eine friedliche Welt investiert werden!

Potsdam, 10.06.2024


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23.03.2024 – Kai Kleinwächter – Rede auf dem Potsdamer Ostermarsch 2024

Liebe Freunde des Friedens,

wir sind hier erschienen um ein Zeichen des Friedens zu setzen.
Trotz der ständigen Angriffe aus den Medien, trotz der Diffamierung als Putinversteher, Vulgärpazifisten oder sogar Faschisten.
Trotzdem sind wir hier.
Und wir sind es mit Stolz.

Wir zeigen, es gibt ein „Deutschland des Friedens“; jenseits des Mainstreams der manipulierenden Massenmedien und der Kriegskoalition im Bundestag.
Es gibt ein „Deutschland für Abrüstung und Entspannung“.
Es gibt ein „Deutschland gegen Waffenlieferungen ins Ausland“.
Es gibt ein „Deutschland für Frieden und Völkerverständigung“.

Gegen die Beteiligung Deutschlands im Ukraine-Krieg sind viele Argumente richtig.
Ich möchte mich hier auf DREI Aspekte konzentrieren.

Erstens: Katastrophaler Zustand der Ukrainischen Gesellschaft

Viele Deutsche – zumal im Osten – blicken mit Illusionen auf die Ukraine. Sie sehen diese immer noch als entwickelte Republik der ehemaligen Sowjetunion – als Land des Fortschritts und der Hoffnung auf eine bessere Gesellschaft. Aber dieser Traum ist schon lange eine Fata Morgana.

Die Realität ist: Die Transformation zu einem modernen kapitalistischen Staat scheiterte in der Ukraine. Bereits vor(!) dem Krieg hatte die Ukraine einen Lebensstandard vergleichbar mit El Salvador oder Sri Lanka. Sie war ein Entwicklungsland.

Einige Fakten: Die Wirtschaftskraft der Ukraine lag 2020 bei zirka 10 Prozent des deutschen Niveaus. Kurzen Wachstumsschüben stehen massiven Einbrüche gegenüber. De facto stagniert die Wirtschaft seit 2008 – seit mehr als 15 Jahren.

Der Bruttolohn in der Ukraine lag 2020 bei etwas unter 350 € im Monat. Eine durchschnittliche Rente betrug weniger als 100 € im Monat. Auch pendelte die Arbeitslosenquote seit den 1990er Jahren zwischen 15 bis 20 Prozent.

Die Lebenserwartung – einer der wichtigsten Indikatoren für die menschliche Entwicklung – lag 2020 auf dem Niveau der 1970er Jahre Deutschlands. 72 Jahre im Vergleich zu 81 in Deutschland.

Eine Demokratie hatte sich in der Ukraine nie entwickelt. Sie war und ist ein korrupter sowie ineffizienter Staat. Nimmt man Indikatoren zur Messung der Staatlichkeit entsprach das Niveau dem Russlands und Weißrusslands. Die Ukraine war und ist ein Oligarchen-Staat – dem Volke abgewandt.

Schon vor dem Krieg sahen Ukrainer millionenfach keine Zukunft mehr in ihrer Gesellschaft. Die Geburtenrate war eine der geringsten in Europa. Millionen Ukrainer verließen ihre Heimat – seit 1990 über 10 Millionen! Die Bevölkerung schrumpfte von 52 Millionen auf knapp über 40 Millionen. Ein demographischer Zusammenbruch.

Ich sage es nochmals: Die Ukraine war und ist ein wirtschaftlich, sozial und politisch gescheiterter Staat. Sie kann der Mehrheit ihrer Bevölkerung keine positive Zukunft bieten.

Eine Mitgliedschaft in der EU und NATO ist für Jahrzehnte völliger Humbug. Die Ukraine hätte auch ohne Krieg die Beitritts-Kriterien nicht erfüllt. Sie braucht eine langfristige Stabilisierung um ihren eigenen Weg zu finden – als Friedensbrücke zwischen Ost und West.

Wofür unterstützt Deutschland den Krieg in der Ukraine?
Was bleibt, wenn die Durchhalte-Parolen verhallen?

Die Kriegsziele des Westens – jenseits eines „Russland muss bluten“ – sind Illusionen. Es ist ein sinnloser Krieg um Einflusssphären, nutzlos für die Menschen.

Zweitens: Kriegsfolgen für die Ukraine

Der Krieg hat verheerende Folgen für die Ukraine.
Sie verlor mindestens ein Drittel ihrer Wirtschaftskraft.

Selbst bei schneller wirtschaftlicher Erholung wird sie ein Jahrzehnt brauchen, um auf ihr Vorkriegsniveau zu kommen. Das heutige Lebensniveau Deutschlands erreicht sie vielleicht gegen Ende dieses Jahrhunderts. Für die heutige Bevölkerung ist ein Leben in Wohlstand für ihre Lebenszeit nahezu ausgeschlossen.

Die Ukraine ist dauerhaft vom Ausland abhängig. Selbst wenn es Frieden gäbe, bräuchte sie auf Jahre hinaus mehr als 50 Milliarden € jährlich, nur um die staatlichen Grundlagen zu finanzieren. Dazu kommen enorme Schulden und gigantische Zerstörungen – auch der Umwelt.

Der Krieg kostete wahrscheinlich mehr als 1 Million Menschen das Leben – mehr als 8 Millionen sind außer Landes. Die Bevölkerungszahl der West-Ukraine ist wahrscheinlich bereits jetzt deutlich unter 30 Millionen gesunken. Alle Prognosen sagen einen weiteren demographischen Rückgang voraus.

Was bedeuten „Freiheit, Demokratie und Souveränität“ in einem zerstörten, überschuldeten sowie entvölkerten Land?

Es sind nichts als hohle Phrasen. Die Ukraine wird nach dem Krieg nicht mehr selbstständig sein. Sie wird nach dem Krieg keine selbstständige Zukunft mehr haben. Und dabei ist es egal, wer diesen sinnlosen Krieg gewinnt. Noch mehr Waffen, noch mehr Kriegsanleihen und noch mehr Soldaten werden das nur verschlimmern.

Es gilt: Für die Zukunft der Ukraine muss jetzt verhandelt werden.
Und ja – dabei wird es Zugeständnisse an Russland geben.
Aber das ist besser, als immer weiter in den Abgrund zu stürzen.
Der jetzige Weg der deutschen Regierung schafft mehr Leid und Elend.
Aber keine Beendigung des Krieges, keine Lösung des Konfliktes.

Es liegen zahlreiche Initiativen aus der Friedensbewegung, von Wissenschaftlern, dem Papst und führenden Staaten des Südens vor. Aber die deutsche Regierung nimmt diese nicht an. Bringt nichts Eigenes ein. Sie hat sich im Krieg verrannt.

Drittens: Was sind Folgen für Deutschland?

Der Ukraine-Krieg hat schlimme Folgen für Deutschland. Um nur zwei zu nennen:

(1) Nach Schätzungen des Kieler Wirtschaftsinstitutes vom Februar 2024 hat Deutschland bisher mindestens 60 Milliarden € in diesem Krieg verpulvert.

60 Milliarden €!!! Eine nahezu unvorstellbare Zahl.

Zirka 22 Milliarden € direkte Unterstützung der Ukraine; zirka 19 Milliarden € Anteil an der EU-Hilfe sowie 21 Milliarden € Kosten für Flüchtlinge.

Bis Ende dieses Jahres werden es wohl deutlich über 70 Milliarden € oder sogar über 80 Milliarden € sein. Dazu kommt eine massive Aufrüstung und Militarisierung Deutschlands. 100 Milliarden € erhielt die Bundeswehr zusätzlich.

Die kriegswütige Regierung erzählt uns, für Kindergärten und Schulen sei kein zusätzliches Geld da.

Die asoziale Regierung erzählt uns, für Krankenhäuser und den sozialen Wohnungsbau sei kein Geld da.
Die neoliberale Regierung erzählt uns, für die Förderung der Wirtschaft und der Schaffung guter Arbeitsplätze sei kein Geld da.

Aber für einen sinnlosen Krieg sind 160 Milliarden € und mehr verfügbar.
Für den Sozialstaat gibt es nur die Schuldenbremse.

„Kanonen oder Butter“ – Diese Regierung hat sich entschieden – für Kanonen und verlogene Siegesparolen – mehr hat sie nicht zu bieten.

(2) Die westlichen Sanktionen haben verheerende Wirkung auf die deutsche Wirtschaft. Ich betone es: Die westlichen Sanktionen (nicht der Krieg als solches) schaden unserer Wirtschaft. Wobei diese nicht funktionieren – weder gegen Russland noch gegen China.

In einer globalisierten Welt wandte sich Russland anderen Märkten zu. Der Globale Süden stand als Abnehmer von Rohstoffen und Technologien bereit. Die dortigen hochdynamischen Märkte können mehr absorbieren als Russland liefern kann. Russland braucht Europa nicht mehr. Aber wir brauchen Russland.

In Folge der westlichen Wirtschaftskriege sank die Kaufkraft der deutschen Bevölkerung. Drei Jahre in Folge gab es deutliche Preissteigerungen. Inflation – vor allem bei Energie, Nahrungsmitteln und Rohstoffen.

Drei Jahre – wahrscheinlich auch dieses Jahr – gab es Reallohnverluste, Betroffenheit bis weit in die Mittelschicht, massive Verarmung großer Teile der Bevölkerung.

Gleichzeitig spitzen sich andere Krisen zu. Insbesondere bei Wohnungen merkt es die Bevölkerung. Die Anzahl der fertiggestellten Wohnungen fiel 2023 auf 245.000. Minus 20 Prozent zum Vorjahr. Und der Niedergang geht weiter. Bis 2025 werden wohl nur 175.000 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt. Ein Stand wie zur Wirtschaftskrise 2008.

Sinkende Fertigstellung von Wohnungen bei einer deutlich wachsenden Bevölkerung. Wachsend auch durch Millionen von Kriegsflüchtlingen. Entsprechend explodierten die Mieten. Um 8 Prozent Steigerung in den Großstädten allein im letzten Jahr.

Was würde helfen? Ganz besonders die Schaffung von Wohnraum!
400.000 Wohnungen im Jahr wurden versprochen.
Wo sind diese Wohnungen?
Nicht mal die Hälfte wird wohl realisiert werden.
Und was tut die Regierung? Phraseologie – „Putin darf nicht siegen“, der „Markt wird es richten“ – hohles Geschwätz, mehr kommt nicht.

Kanonen oder Butter – man hat sich entschieden.
Entschieden für eine neoliberale Kriegswirtschaft.

Es droht eine langfristige ökonomische und soziale Stagnation in Deutschland.
Diese Regierung schadet Deutschland enorm und dauerhaft.
Es wäre auch aus dieser Perspektive richtig, den Krieg zu beenden.

Dieser Krieg schadet uns allen.
Wählen wir eine bessere Zukunft.
Diese Regierung muss abtreten.

Sie muss demokratisch abgelöst werden, um einen Weg zum Frieden einzuschlagen. Und dafür sollten wir kämpfen.

Vielen herzlichen Dank.

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23.03.2024 – Aufruf zum 23. Potsdamer Ostermarsch

EINLADUNG / Aufruf zum 23. Potsdamer Ostermarsch

Samstag, 23.03.2024, 15:00 – 17:00 Uhr,
Start und Ziel: Brandenburger Tor in Potsdam

Friedensfähig statt kriegstüchtig ~ Verhandeln statt Töten! Abrüsten jetzt!

Hallo Schüler, Auszubildende, Studenten, Arbeiter, Angestellte, Beamte, Selbstständige, Arbeitslose und Rentner kommt zahlreich zum Ostermarsch und bringt Friedensfahnen, Plakate und Transparente zu friedenspolitischen Themen mit. (Nationalflaggen und Parteifahnen sind unerwünscht.)

Es geht um unser aller Wohl und ZUKUNFT.

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