Vor 85 Jahren, am 22. Juni 1941, überfiel das faschistische Deutschland die Sowjetunion. Mit der als „Unternehmen Barbarossa“ betitelten Militäroperation überschritten ca. 3 Millionen Soldaten der deutschen Wehrmacht trotz eines im August 1939 geschlossenen Nichtangriffspaktes die sowjetische Grenze. Damit begann das NS-Regime einen Eroberungs- und Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion zur Vernichtung des von den deutschen Faschisten so betitelten „Bolschewismus“ und zur Eroberung von „Lebensraum im Osten“.
Der damit begonnene Deutsch-Sowjetische Krieg innerhalb des Zweiten Weltkrieges wird bis heute von vielen Nachfolgestaaten der Sowjetunion als „Großer Vaterländischer Krieg“ bezeichnet. Als Wendepunkt innerhalb dieses Krieges wird oft die Schlacht von Stalingrad 1942/43 genannt. Schließlich besiegte im Mai 1945 die Anti-Hitler-Koalition unter Führung der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion unter großen Opfern das verbrecherische und faschistische deutsche Nazi-Regime. Mehr als die Hälfte aller im Zweiten Weltkrieg getöteten Soldaten und Zivilisten waren Bürgerinnen und Bürger der Sowjetunion. Die genaue Zahl lässt sich nur schätzen und liegt etwa zwischen 28 und 37 Millionen. Der Zweite Weltkrieg forderte insgesamt etwa 67 bis 70 Millionen Tote.
Auch hier in Potsdam kämpften in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges in der Roten Armee Russen, Ukrainer, Belorussen und Angehörige weiterer Völker der Sowjetunion vereint gegen die deutschen Faschisten. Davon zeugen in unserer Stadt zahlreiche Kriegsgräber, unter anderem jene auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof am Bassinplatz.
Wir zollen diesen sowjetischen Soldaten unseren uneingeschränkten Dank und Respekt!
Im Sommer 1945 fand hier im Schloss Cecilienhof die Potsdamer Konferenz zur Neuordnung Europas statt. Die Maxime der Überlebenden von Buchenwald „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ galt in der DDR als Staatsräson. In der BRD führte der von Willy Brandt geprägte Satz „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!“ zur Entspannungspolitik.
Wir tragen die Verantwortung, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen.
Damit einher geht auch ein würdiges Gedenken an die Opfer. Wir lehnen daher jeden Versuch ab, Gedenkorte und Kriegsgräberstätten sowjetischer Soldaten ideologisch zu vereinnahmen oder gar umzugestalten. Wir fordern bei Gedenkveranstaltungen eine Teilnahme aller Vertreter der damaligen Sowjetunion. Ausschluss und Verbote empfinden wir als unwürdig. Wir unterstützen eine konsequente weltweite Entspannungspolitik.
Des Weiteren setzen wir uns für Frieden und Freundschaft mit allen Völkern und Nationen der Erde ein, auch mit denen der ehemaligen Sowjetunion.
Zum würdigen Gedenken weisen wir auf folgende Veranstaltung hin:
„Unternehmen Barbarossa“ – 85. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion, Vortrag und Diskussion mit Lothar Schröter (Historiker) und Kai Kleinwächter (Journalist), Dienstag 30.06.2026, 18:00 Uhr, Bürgertreff Waldstadt, Saarmunder Str. 44, 14478 Potsdam.
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