
Tagebücher 1939-1945
Wort und Gesang: Johanna Arndt
Klavier (Solo und Liedbegleitung): Uwe Streibel
Samstag, 04. Juli 2026, 16:00 Uhr
Bürgertreff Waldstadt
Saarmunder Str. 44 * 14478 Potsdam
Eintritt frei – um Spenden wird gebeten
Eine Veranstaltung des Brandenburger Freidenker-Verbandes e.V., der Bürgerinitiative Waldstadt e.V. (BIWA), der Friedenskoordination Potsdam, dem RotFuchs-Förderverein e. V., Regionalgruppe Potsdam und dem Verein WeltTrends e. V.

Die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren 1939-1945
Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertocher, Kalle Blomquist, Lotta, Karlsson vom Dach, die Kinder aus Bullerbü, Madita – für ihre Kinderbücher ist Astrid Lindgren weltberühmt. Astrid Ericsson machte eine Journalistenausbildung bei der Lokalzeitung Vimmerby Tidning. 1939 begann die damals noch unbekannte Astrid Lindgren mit ihren Kriegstagebüchern, die sie kontinuierlich bis 1945 fortsetzte. Die Tagebücher waren nicht für die Öffentlichkeit gedacht, sondern dem Drang Lindgrens im neutralen Schweden geschuldet, zu verstehen, was in der Welt plötzlich vor sich geht. Dabei bediente sie sich der örtlichen Zeitungen, aber auch bei ihrer Arbeit bei der Postkontrollanstalt Schwedens, welches ihr Einblick in Briefe aus dem Ausland gab. „Schmuddeljob“ nannte sie diese Arbeit. Sie schrieb auch mal Briefe ab, was strikt verboten war., z. B. im März 1941 von einem Juden, der in Schweden lebte und die Deportation anderer Juden nach Polen beschreibt. „Hitler beabsichtigt offenbar, ganz Polen in ein einziges Ghetto zu verwandeln, in dem die armen Juden an Hunger und Dreck sterben“, notiert sie. Am 1. September 1939 hält Astrid Lindgren in ihrem Tagebuch fest: “Oh! Heute hat der Krieg begonnen. Niemand wollte es glauben.”
Astrid Lindgren erlebt im neutralen Schweden nicht die gleichen Entbehrungen wie in anderen europäischen Ländern, aber ihre Trauer und Bestürzung über derart großes Leid ist beeindruckend. Trotz ihrer umfangreichen Recherchen kann sie anfänglich kaum über die bürgerliche Sicht des Geschehens hinausblicken. Obwohl sie Deutschland als „bösartige Bestie“ bezeichnet, die bereits über die Nachbarländer hergefallen ist und sie längst über die Konzentrationslager Bescheid weiß, hält sie die Sowjetunion für die größere Gefahr.
Bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978 in der Paulskirche sagte sie: „Wir alle wissen, dass ein neuer Weltkrieg keinen von uns verschonen wird, und ob ich unter einem neutralen oder nicht-neutralen Trümmerhaufen begraben liege, das dürfte kaum einen Unterschied machen.“ Schweden ist inzwischen der NATO beigetreten. Heute da der Krieg in der Ukraine die Gefahr eines atomaren Flächenbrandes in sich birgt, sind ihre Aufzeichnungen von erschreckender Aktualität.
Johanna Arndt
studierte an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ in Berlin Gesang in der Fachrichtung Chanson, Lied und Musical. Sie absolvierte Meisterkurse bei Gisela May und wurde Preisträgerin der Chansontage der DDR.
Engagements als Solistin des Staatlichen Folkloreensembles der DDR und des Zentralen Orchesters der NVA ließen nicht lange auf sich warten. Es folgten Funk- und Fernsehaufnahmen sowie Konzerttourneen in Kuba, Russland, Finnland, Mozambique, Madagaskar, Jemen, Korea, Polen. Inzwischen auch im gesamten Bundesgebiet und der Schweiz. 2015 gab sie Kurse in Japan und gastierte dort mit eigenem Programm. Nach einem weiteren Studium an der Hochschule der Künste in Berlin erwarb sie auch ihren Abschluss in Spielleitung und als Theaterpädagogin.
Uwe Streibel
Geboren und aufgewachsen in Berlin (ehemalige DDR), freiberuflicher Pianist. Klavierausbildung nach der Russischen Schule, Musiktheaterstudium Konservatorium Sankt Petersburg Russland. Liederabende, Kammermusik, Theatermusiker, Chor- und Ballettkorrepetitor. Auftritte in Berlin u.a. Philharmonie, Kammermusiksaal, Konzerthaus. Desweiteren Beijing (China), Sofia (Bulgarien), Tel Aviv (Israel), Frankreich, Italien, Polen.
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