Pressemitteilung zum 80. Jahrestag des Tags der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 1945

Pressemitteilung der Friedenskoordination Potsdam zum 80. Jahrestag des Tags der Befreiung vom Nationalsozialismus am 8. Mai 1945

Heute vor 80 Jahren endete der verheerendste und verlustreichste Krieg der Weltgeschichte. Unter großen Opfern bezwangen und besiegten sowjetische, US-amerikanische, britische und französische Truppen gemeinsam das verbrecherische Nazi-Regime.

Etwa die Hälfte aller Kriegstoten waren Soldaten und Bürger der Sowjetunion.
Hier in Potsdam kämpften in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in der Roten Armee Russen, Ukrainer, Belorussen und Angehörige weiterer Völker der Sowjetunion vereint gegen die deutschen Faschisten. Davon zeugen in unserer Stadt unter anderem die auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof am Bassinplatz befindlichen 383 Gräber sowie weitere 2.400 Kriegsgräber auf dem Sowjetischen Friedhof an der Michendorfer Chaussee.

Wir zollen diesen Soldaten unseren uneingeschränkten Dank und Respekt!
Deshalb plädieren wir inständig für eine Teilnahme von Vertretern aller damaligen Befreier an den Gedenkveranstaltungen zum 80. Jahrestag des Kriegsendes. Ausschluss und Verbote empfinden wir als unwürdig und lehnen diese ab. Die Nichteinladung der Botschafter der Russischen Föderation und Belarus halten wir für einen Fehler und den in der Handreichung des Auswärtigen Amtes enthaltenen Hinweis, eine ungebetene Teilnahme mittels Wahrnehmung des Hausrechtes zu verhindern, für einen Eklat. Demgegenüber plädieren wir für Entspannungspolitik und Weiterführung des Versöhnungsprozesses.

„Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ und „Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen!“ waren die Maxime in beiden deutschen Staaten nach 1945.
Heute erleben wir jedoch scharf geführte Debatten um Hochrüstung, Kriegstüchtigkeit und Wehrpflicht; ja, Russland wird sogar wieder als „Feind“ benannt, so vom designierten Außenminister Johann Wadephul (CDU).

Für den noch immer andauernden Krieg in der Ukraine, bei dem sich damals Verbündete nur 1.200 km von uns entfernt gegenseitig bekämpfen, muss eine friedliche und diplomatische Lösung gefunden werden. Das gegenseitige Töten dort muss aufhören und so schnell wie möglich Frieden hergestellt werden, denn wir brauchen Frieden in Europa und weltweit.

Die Toten des Zweiten Weltkriegs mahnen: Wir brauchen eine friedliche Welt!

Wir weisen außerdem auf zwei Veranstaltungen am 08.05.2025 in Potsdam hin:

  • Stilles Gedenken zum Tag der Befreiung,
    17:00 Uhr, Sowjetischer Ehrenfriedhof am Bassinplatz, 14467 Potsdam;
  • Ausstellungseröffnung: „80. Jahrestag der Befreiung – würdig gedenken!“,
    18:30 Uhr, Bürgertreff Waldstadt, Saarmunder Straße 44, 14478 Potsdam.

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80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion – Unsere Verpflichtung zum Frieden mit Russland

Pressemitteilung

Vor 80 Jahren, am 22. Juni 1941, überfiel das faschistische Deutschland die Sowjetunion mit dem Ziel, die Völker Europas und der ganzen Welt zu unterjochen.
Im Kampf für die Befreiung Deutschlands und Europas vom Faschismus ließen 27 Millionen Sowjetbürger ihr Leben – Soldaten und Zivilisten, Männer und Frauen, Kinder und Alte.
In das Bewusstsein von Millionen Menschen und in unzähligen Familiengeschichten sind die dramatischen und unvorstellbaren Ausmaße dieses Krieges eingebrannt. Dabei hatte das sowjetische Volk nicht nur die meisten Opfer durch die faschistische Barbarei zu erleiden – die Sowjetunion und die Rote Armee hatten auch den Hauptanteil an der Zerschlagung des deutschen Faschismus.

Angesicht dieser historischen Tatsachen und aktueller Tendenzen einer Konfrontationspolitik der EU und der NATO gegenüber Russland ist es unsere Aufgabe heute, auf die strikte Beachtung der Lehren des Zweiten Weltkrieges zu verweisen.
Das Gedenken an den 22. Juni 1941 dient nicht allein der Erinnerung. Es ist ein Tag

  • der Mahnung – „Nie wieder Krieg und Faschismus!“,
  • der Würdigung der Leistungen der Roten Armee bei der Befreiung vom Hitler-Faschismus,
  • der Warnung an heutige Kriegstreiber und
  • somit der Betonung unserer Verpflichtung zum Frieden mit Russland und der Zurückweisung von geschichtsrevisionistischen Tendenzen und Russophobie.

Ausgerechnet an diesem 80. Jahrestag führen USA und NATO mit Defender 2021 das größte militärische Kriegsmanöver seit Jahrzehnten im Pazifik und am Schwarzen Meer in unmittelbarer Nähe zu Russland durch. Deutschland – und auch Brandenburg – ist dabei Drehscheibe für Truppentransporte über den Kontinent per Schiene und Straße.

Zeitgleich liest man in der Presse, wie in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“, man müsse sich davon lösen, dass „der Frieden mit Russland […] wegen des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion 1941 eine moralische Pflicht“ sei.
Offene Hetze und Mobilmachung gegen Russland nehmen zu. Doch statt Kriegsrhetorik sollte gegenseitiges Vertrauen und Verständigung unser Handeln bestimmen.
Das sind wir der gegenwärtigen und den nachfolgenden Generationen schuldig!

Des 80. Jahrestags des Überfalls auf die Sowjetunion zu gedenken, heißt für uns deshalb:

  • Die Beteiligung Deutschlands am Kriegsmanöver Defender 2021 sofort zu beenden und jegliche US-Truppentransporte in Brandenburg zu verhindern.
  • Alle US-Atomwaffen unverzüglich aus Deutschland abzuziehen und den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen.
  • Einzutreten für Frieden mit allen Völkern im Sinne des Völkerrechtes und – in Mahnung an den 22. Juni 1941 – besonders für Frieden mit Russland und Freundschaft mit dem russländischen Volk.

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