Pressemitteilung und Stellungnahme der Friedenskoordination Potsdam zum Völkermord in Gaza

Seit nahezu zwei Jahren findet in Gaza unter den Augen der Weltöffentlichkeit eine völkerrechtswidrige Vertreibung und die gezielte Ermordung von Angehörigen des palästinensischen Volkes durch den Staat Israel statt. Bisher kamen wahrscheinlich über 100.000 Palästinenser ums Leben. Mehr als die Hälfte davon waren Kinder. (*)

Nahezu die gesamte Bevölkerung Gazas (etwa zwei Millionen Menschen) ist innerhalb des abgeriegelten Gebietes auf der Flucht. Die Versorgung der dortigen Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln und medizinischen Gütern ist seit Wochen zusammengebrochen.

In diesem ungleichen Krieg werden die israelischen Opfer und Geiseln des Überfalls der Hamas vom Oktober 2023 sowie die gefallenen israelischen Soldaten und Zivilisten instrumentalisiert, um einen Vernichtungskrieg gegen das palästinensische Volk zu führen. Das Ziel der israelischen Regierung ist die Vertreibung und Vernichtung der palästinensischen Bevölkerung in Gaza und im Westjordanland. Untermauert wird dies durch zahlreiche Äußerungen einiger israelischer Minister, die nicht von einer Vernichtung der Hamas, sondern von der Vernichtung Palästinas und Gazas sprechen sowie durch die aggressive und ebenfalls völkerrechtswidrige Siedlungspolitik Israels.

Aktuelle Bilder aus Gaza erschüttern. Israel setzt Hunger als Waffe gegen die palästinensische Zivilbevölkerung ein. Hilfsorganisationen wird der Zugang nach Gaza verwehrt.

Das palästinensische Volk wird durch die israelische Politik und durch das israelische Militär ausgehungert, vertrieben und vernichtet. Das ist gezielter Völkermord!

In dieser Situation bekunden wir unsere Solidarität mit dem palästinensischen Volk.

Wir verurteilen die aggressive Politik der israelischen Regierung aufs schärfste.

Ebenso verurteilen wir die völkerrechtswidrigen Angriffe Israels auf den Iran und Syrien.

Wir verurteilen außerdem den Terror der Hamas und solidarisieren uns mit den israelischen Geiseln und deren Angehörigen. Wir fordern die israelische Regierung auf, sich umgehend für deren Freilassung durch den Einsatz friedlicher Mittel einzusetzen.

Des Weiteren unterstützen wir alle Initiativen der israelischen Zivilbevölkerung, die sich gegen diese Kriege und die derzeitige Politik der israelischen Regierung richten.

Wir fordern die Bundesregierung, die EU und die USA auf, Waffenlieferungen an Israel umgehend zu stoppen und sich neben dem Existenzrecht des Staates Israel ebenso vehement für den Schutz der Palästinenser und eine Zwei-Staaten-Lösung einzusetzen. Dazu gehört auch eine staatliche Anerkennung Palästinas. Nur so kann es einen dauerhaften Frieden im Nahen Osten geben.

Die Friedenskoordination Potsdam setzt sich immer für friedliche Lösungen von Konflikten ein. Wir brauchen keine Kriege – wir wollen eine friedliche Welt!

(*) Hofmann, Sarah Judith: Wie hoch sind die Opferzahlen im Gazastreifen wirklich?, DW 02.07.2025, https://www.dw.com/de/wie-hoch-sind-die-opferzahlen-im-gazastreifen-wirklich/a-73115737


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